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Messerangriffe

Messerangriffe laufen nicht immer nach einem ähnlichen Schema ab, ein Angreifer hat verschiedene Möglichkeiten, seinen Angriff vorzutragen. Und genau von dieser Art und Weise, in der ein Angriff vorgetragen wird, hängen auch die Chancen einer Abwehr durch das Opfer ab.

Der Angriff wird mit hoher Intensität unter großem Druck vorgetragen und nach seiner Einleitung ohne Umweg zum Ziel durchgeführt. Hierbei handelt es sich meistens um einen einzelnen Stich oder Schnitt. Mögliche Intentionen des Täters: Lächerlich machen, Bestrafung oder Tötungsabsicht.

Der Angriff wird bewusst verzögert und bedacht durchgeführt und mit Stichen/Schnitten aus der Distanz eingeleitet, die die Reaktionen des Opfers erforschen und Schwachstellen aufdecken sollen. Multiple Angriffe werden schnell zurückgezogen und Abwehrverletzungen auf der Opferseite stellen meist die ersten Folgen dar. Diese Angriffe könnten auch als "Probeangriffe" bezeichnet werden, der Täter rechnet damit, dass die Angriffe zumindest teilweise abgewehrt werden. Ein finaler Angriff muss, abhängig von der Täterintention, nicht erfolgen. Er kann sich auch mit geringen Opferverletzungen zufrieden geben. Mögliche Intentionen des Täters: Lächerlich machen, Bestrafung oder mit finalem Angriff Tötungsabsicht.


Der Täter greift mit hoher Intensität unter großem Druck mit multiplen Angriffen in schneller Folge an, rasend vor Wut oder Hass und nicht mehr rationell denkend. Er nimmt dabei keine Rücksicht auf die eigene Person. Die Intention des Täters ist hier eine reine Tötungsabsicht.

Von all diesen Angriffen ist der erste noch am leichtesten abzuwehren, wobei das Wort "leicht" niemals im Zusammenhang mit einer Messerabwehr benutzt werden sollte.

Im Verlauf eines Kampfes lernt der Angreifer die Reaktionen seines Opfers einzuschätzen, er wird entsprechend reagieren und seine eigenen Handlungen darauf abstimmen. Ein Angriff, der ohne Rücksicht auf die eigene Person vorgenommen wird und dessen Handlungen keinem rationellen Denkschema mehr entsprechen, ist praktisch nicht abwehrbar.

Wie auch immer sich ein Angriff gestaltet, das größte Problem liegt darin, den Angriff und die Waffe rechtzeitig zu erkennen. Einer Gefahr die nicht erkannt wird, kann auch nicht entgegnet werden.

Es spielt dabei keine Rolle, wo der Täter das Messer herzaubert und auf welche Art er es trägt. Der Ablauf ist immer der gleiche...der Täter hat plötzlich ein Messer in der Hand, dass sich auf das Opfer zubewegt. Abhängig von der Geschwindigkeit des Angriffs, der Täter/Opfer Positionierung, den Lichtverhältnissen und der Ausrichtung der Klinge ist die Waffe so gut wie nicht erkennbar.

Täter, die ihr Messer raffiniert versteckt tragen, es bis zum letzten Moment nicht zu erkennen geben und dann überraschend, möglichst noch aus dem Hinterhalt, angreifen, können sowieso nicht abgewehrt werden. Hierbei handelt es sich um ein Attentatsszenario oder eine Amoklage, und derartige Szenarien sind eher die Ausnahme und kommen so gut wie nicht vor. Ein Angriff beginnt lange vorher....in der Regel mit einer vorhergehenden Kommunikation, einem verbalen Konflikt oder einer körperlichen Auseinandersetzung.

Wäre hier jetzt ein typisches und bezeichnendes Foto eines Messerangriffs eingeblendet, so müsste dies eine Hausfrau zeigen, die alkoholisiert im Verlauf einer Auseinandersetzung auf ihren ebenfalls alkoholisierten und tyrannischen Ehegatten einsticht - mit einem einfachen Küchenmesser - oder mit vertauschten Rollen der Mann als Täter......70% aller Angriffe mit scharfer Gewalt sind Beziehungstaten.

Zur Wiederholung: Am Gesamtaufkommen aller Gewalttaten nehmen Taten mit scharfer Gewalt lediglich einen Anteil von 2% ein, von diesen 2% wiederum sind 70% aller Taten Beziehungsstraftaten oder finden im häuslichen Bereich statt.

Das Risiko


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