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Messer in der Realität

Wer sich mit der nachfolgenden Thematik etwas näher beschäftigt und die täglichen Presseveröffentlichungen aufmerksam verfolgt, der wird sehr schnell feststellen, dass gewalttätige Auseinandersetzungen immer häufiger unter Zuhilfenahme von Waffen und hier speziell von Messern oder ähnlichen Gegenständen ausgetragen werden. Derartig gelagerte Straftaten fallen im juristischen und rechtsmedizinischen Sprachgebrauch unter den Begriff „Scharfe Gewalt“. Eine der gebräuchlichsten Waffen ist das Messer, dass bereits bei Kindern und Jugendlichen in den Schulen ein gängiges Selbstverteidgungs- und Zwangsmittel darstellt.

Die Ursache hierfür dürfte vermutlich in einer Verrohung der Gesellschaft und einem verminderten allgemeinen Sozialverhalten zu finden sein. Jugendlichen und selbst Erwachsenen fehlt häufig auch die Fähigkeit, Konflikte auf verbaler Basis zu lösen. Kommt es dann zu einem gewalttätigen Konflikt, werden alle Mittel eingesetzt, die zur Verfügung stehen - auch Waffen.

Aber auch wenn die Häufigkeit des Waffengebrauchs in Konfliktsituationen zunimmt, das Risiko für den Durchschnittsbürger zum Opfer eines solchen Angriffs zu werden ist verhältnismäßig gering.

Warum gerade Messer?

Der Durchschnittsbürger muss sich über einen Messerangriff soviel Gedanken machen, wie über einen Jackpot im Lotto - er muss nur eins wissen: Wenn er jemals vor einem gezogenen Messer steht, sollte er so schnell wie möglich die Flucht ergreifen. Es gibt keine sichere Abwehr eines solchen Angriffs. Sieht man einen Angreifer aus diesem Blickwinkel , dann ist es bereits zu spät.


So enden Auseinandersetzungen mit Messern in der Regel für mindestens eine der beteiligten Parteien - häufig auch für beide Parteien.

In der Realität laufen Messerangriffe anders ab, als sie in den meisten Kampfkunstschulen trainiert oder in Filmen dargestellt werden.
Im wahren Leben enden derartige Gewalttaten auch anders als im Film - nämlich regelmäßig zum Nachteil des Opfers, mit schweren Verletzungen oder mit dessen Tod.

Ein grundsätzlicher Unterschied besteht schon in dem Umstand, dass derartige Angriffe für die Opfer meist vollkommen unerwartet stattfinden - und zwar so überraschend, dass häufig nicht einmal mehr eine Abwehrreaktion auf den ersten Angriff möglich ist oder an eine Flucht zu denken wäre. Angriffe können plötzlich und ohne rationell nachvollziehbaren Anlass aus einer verbalen Konfliktsituation heraus, im Verlauf einer waffenlosen Auseinandersetzung oder in seltenen Fällen auch ohne vorhergehende Kommunikation zwische Täter und Opfer erfolgen. Auch die Angriffsführung durch den Täter unterscheidet sich oftmals grundlegend von den bekannten Klischees.

Eine unbewaffnete Messerabwehr ist je nach Angriffsintention des Täters, der Angriffsintensität und bei ausgeglichenem Kräfteverhältnis auf Dauer unmöglich. Aufgrund der vorher bereits genannten Umstände, die mit einem solchen Angriff einhergehen, läuft es vorerst aber immer auf eine unbewaffnete Abwehr des ersten Angriffs heraus.

Bei Messern handelt es sich um weitverbreitete Werkzeuge/Waffen, die sich in jedem Haushalt wiederfinden und die von vielen Mitmenschen als Werkzeug oder Selbstverteidigungswaffe mitgeführt werden. Und eine mitgeführte Waffe wird naturgemäß auch eingesetzt, wenn der Inhaber diesen Einsatz aus seiner subjektiven Sicht situationsbedingt für notwendig erachtet, aus Furcht oder zum Zweck der Risikominimierung handelt. Diese subjektive Sichtweise lässt sich allerdings in den wenigsten Fällen mit geltender Rechtsprechung vereinbaren.

Die Gefahr, zum Opfer eines Messerangriffs zu werden, ist für den Durchschnittsbürger trotz Ansteigens der Gewalttaten unter Zuhilfenahme scharfer Gewalt als eher gering einzustufen.

Wer das nicht nachvollziehen kann, der sollte sich einfach mal vor Augen halten, wie viele Menschen er in seinem Umfeld kennt, die Opfer eines Messerangriffs wurden.

Natürlich und unbestritten sind Angriffe mit einem Messer immer lebensgefährlich und führen zu schweren Verletzungen oder auch schnell zum Tod des Angegriffenen.

Abhängig vom sozialen Umfeld, den Lebensumständen und vom ausgeübten Beruf, ist das Risiko aber verschwindend gering, z.B. im Vergleich zum Risiko, in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt zu werden. Gewalttaten mit scharfer Gewalt nehmen mit nur 2% lediglich einen geringen Anteil am Gesamtaufkommen aller Gewaltaten ein. Und von diesen 2% wiederum enden nur 3% der Angriffe für das Opfer tödlich.

Messerangriffe