Messer in der Realität
So enden Auseinandersetzungen mit Messern in der Regel für mindestens eine der beteiligten Parteien - häufig auch für beide Parteien.
In der Realität laufen Messerangriffe anders ab, als sie in den meisten Kampfkunstschulen trainiert oder in Filmen dargestellt werden.
Im wahren Leben enden derartige Gewalttaten auch anders als im Film - nämlich regelmäßig zum Nachteil des Opfers, mit schweren Verletzungen oder mit dessen Tod.
Ein grundsätzlicher Unterschied besteht schon in dem Umstand, dass derartige Angriffe für die Opfer meist vollkommen unerwartet stattfinden - und zwar so überraschend, dass häufig nicht einmal mehr eine Abwehrreaktion auf den ersten Angriff möglich ist oder an eine Flucht zu denken wäre. Angriffe können plötzlich und ohne rationell nachvollziehbaren Anlass aus einer verbalen Konfliktsituation heraus, im Verlauf einer waffenlosen Auseinandersetzung oder in seltenen Fällen auch ohne vorhergehende Kommunikation zwische Täter und Opfer erfolgen. Auch die Angriffsführung durch den Täter unterscheidet sich oftmals grundlegend von den bekannten Klischees.
Eine unbewaffnete Messerabwehr ist je nach Angriffsintention des Täters, der Angriffsintensität und bei ausgeglichenem Kräfteverhältnis auf Dauer unmöglich. Aufgrund der vorher bereits genannten Umstände, die mit einem solchen Angriff einhergehen, läuft es vorerst aber immer auf eine unbewaffnete Abwehr des ersten Angriffs heraus.
Bei Messern handelt es sich um weitverbreitete Werkzeuge/Waffen, die sich in jedem Haushalt wiederfinden und die von vielen Mitmenschen als Werkzeug oder Selbstverteidigungswaffe mitgeführt werden. Und eine mitgeführte Waffe wird naturgemäß auch eingesetzt, wenn der Inhaber diesen Einsatz aus seiner subjektiven Sicht situationsbedingt für notwendig erachtet, aus Furcht oder zum Zweck der Risikominimierung handelt. Diese subjektive Sichtweise lässt sich allerdings in den wenigsten Fällen mit geltender Rechtsprechung vereinbaren.
Die Gefahr, zum Opfer eines Messerangriffs zu werden, ist für den Durchschnittsbürger trotz Ansteigens der Gewalttaten unter Zuhilfenahme scharfer Gewalt als eher gering einzustufen. Eine umstrittene Internetpublikation suggeriert hier panikverbreitende und grundsätzlich falsche Darstellungen des tatsächlichen Risikos - der Leser mag beruhigt sein, dies geschieht vorrangig aus Gründen der Selbstdarstellung durch den Verfasser und entbehrt jeder Grundlage. Nicht hinter jeder Hausecke oder in jeder Toreinfahrt lauert ein "krimineller Messerstecher" oder ein Terrorist, dessen Lebensinhalt darin besteht, harmlose Bürger mit einem Messer abzuschlachten.
Wer das nicht nachvollziehen kann, der sollte sich einfach mal vor Augen halten, wie viele Menschen er in seinem Umfeld kennt, die Opfer eines Messerangriffs wurden. Die betreffende Publikation mit der Comiczeichnung einer Schottin als Logo sollte grundsätzlich sehr differenziert betrachtet werden, viele der "Ratschläge" und "Anleitungen" sind schlichtweg falsch, rechtlich und moralisch zumindest fragwürdig und entspringen lediglich der skurrilen Phantasie des Verfassers, dessen "Weisheiten" auf angelesenem theoretischen Wissen und einer krankhaft ausgeprägten Liebe zu Messern basieren.
Natürlich und unbestritten sind Angriffe mit einem Messer immer lebensgefährlich und führen zu schweren Verletzungen oder auch schnell zum Tod des Angegriffenen.
Abhängig vom sozialen Umfeld, den Lebensumständen und vom ausgeübten Beruf, ist das Risiko aber verschwindend gering, z.B. im Vergleich zum Risiko, in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt zu werden. Gewalttaten mit scharfer Gewalt nehmen mit nur 2% lediglich einen geringen Anteil am Gesamtaufkommen aller Gewaltaten ein. Und von diesen 2% wiederum enden nur 3% der Angriffe für das Opfer tödlich.
Messerangriffe








