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Die Täter



An dieser Stelle möchte ich einmal nicht aus meinem Buch zitieren oder das Thema sorgsam umschreiben, damit ich die betreffenden Passagen nicht dem Buch vorweg nehme.

Diese Seite soll eine Ansprache an all die komplexbehafteten, dünnarmigen und schmalbrüstigen Messerhelden darstellen, die zwar eine große Klappe ihr eigen nennen, ansonsten aber nicht viel auf dem Kasten haben und deswegen eine Waffe als Kompensationsmittel nicht nur mit sich herumschleppen, sondern auch einsetzen.

Wer Auseinandersetzungen nicht verbal oder körperlich bewältigen kann, der sollte Konflikten aus dem Weg gehen und erst recht keine Konflikte verursachen - aber das begreifen viele anscheinend nicht. Und wenn sie dann auf Widerstand stossen, wird der einfach durch das "machtverleihende" Messer kompensiert. Das ist äußerst mutig und heldenhaft...und es ist unerheblich, ob der Täter nachher Mehmet, Abdul, Paolo, Sergej oder Frank Müller heißt. Wenn jemand kein Risiko eingehen will, dann sollte er einfach kleine Brötchen backen und nicht den dicken Max spielen.

Dabei spielt es auch keine Rolle, ob das unter Alkoholeinfluss geschieht oder im nüchternen Zustand. Gefestigte Charaktere sollten wissen, dass sich Alkohol weder mit Kraftfahrzeugen, noch mit Waffen vereinbaren lässt.

Aber es ist nicht so sehr der Alkohol, es ist vielmehr eine grundlegende Charakterschwäche in Verbindung mit einem gestörten oder gänzlich fehlenden Sozialverhalten, die diese Mitmenschen auszeichnet. Warum das Risiko einer körperlichen Auseinandersetzung eingehen? Es geht doch auch einfacher und es ist nicht so anstrengend, wie dreimal wöchentlich ein Fitnessstudio oder eine Kampfkunstschule aufzusuchen, um dort körperliche Defizite mit hartem Training auszugleichen.

Vielleicht ist es auch nicht so cool, wie konfliktfrei zu leben und ein allgemeinverträgliches Sozialverhalten an den Tag zu legen - vermutlich wird die angesprochene Klientel den letzten Satz sowieso nicht verstehen, aber einen Versuch war es wert - lasst es euch übersetzen.

Wahrscheinlich macht es Spass, andere Menschen zu tyrannisieren und zu verletzen, aber irgendwann bekommt man alles zurück und die Zeiten ändern sich. Das früher verpönte Thema "Messer" wird langsam gesellschaftsfähig und immer mehr Menschen beschäftigen sich damit, dafür habt ihr gesorgt.....und so kann es passieren, dass euer nächstes Opfer den Spieß umdreht (nettes Wortspiel) und ihr die Verlierer seid....keiner wird euch eine Träne nachweinen.

Vielleicht habt ihr aber auch Glück und landet nur im Knast, aber gerade Jugendliche und junge Erwachsene sind dort sehr gefragt....der Aufenthalt dort wird eure Charaktere sicher nicht ändern, aber dort lernt ihr dann vielleicht wie es ist, wenn man terrorisiert und verletzt wird. Ärgerlich ist in diesem Zusammenhang nur, dass die Gesellschaft auch noch für euern Unterhalt dort aufkommen muss.

Soweit zu den "Strassentätern", nun zu den Beziehungskisten... und auch die müssen nicht mit Messern gelöst werden. Wer seinen Partner nicht mehr ertragen kann, hat jederzeit die Möglichkeit einer gewaltlosen Trennung. Häusliche Gewalt ist schon schlimm genug, wenn Veilchen, Hämatome und gebrochene Knochen daraus resultieren und muss nicht noch mit tödlichen Waffen gesteigert werden. Wer sich endgültig trennen will, kann dies über einen Rechtsanwalt in die Wege leiten, ohne dass er hinterher jahrelang in einer 6 Quadratmeterzelle sitzen muss und dort für den "Abteilungsboss" vielleicht die Frau spielen darf.

Etwas mehr gegenseitiger Respekt und etwas weniger Alkohol könnten hier durchaus hilfreich sein.

Am Ende gibt es immer zwei Verlierer!

Messerkampf